Hunderte von Händen hoben gemeinsam den schweren Altar, auf dem die Madonna steht, unter lauten „Vivas“, die im Einklang aus den vielen Kehlen ertönen. Dies war eine ganz besondere Gelegenheit. Wie jedes Jahr zog die Madonna in einer Prozession hinauf zur Peña, um von dort aus den Ort zu segnen. Dieser Augenblick gehört zu den Feierlichkeiten bei der Wallfahrt von Puebla de Guzmán, in Huelva, bei der sich die Straßen mit Musik, Flamencogitarren und Tradition füllen. Dazu kommen dann auch noch Tänze mit Schwertern, Trommeln, Tänzer und die ganze Bevölkerung trägt die Trachten der Flamenco-Tänzer und Zigeunerinnen. Eine Explosion der Farben vor den weißen Kalkfassaden und die Fröhlichkeit der Menschen aus dem Süden, der Bevölkerung von Huelva.

In diesen Tagen geschieht alles zu Pferde. Man reitet auf den Rücken unendlich vieler Rösser durch den Ort, hält an Bars und Ständen an, um die Kehle mit einem kühlen  Rebujito-Weinchen gegen die Hitze zu erfrischen und auch, um alle Hemmungen wegzuspülen und in die Volkslieder mit einzustimmen. Alles ist Fiesta. Unter der Leitung der Mayordomos werden Rosen, Kuchen und Apfelwein-Süßspeisen in den Häusern verteilt. Sogar all denjenigen, die nicht in dieser Atmosphäre aufgewachsen sind, die nur Besucher einer Jahrhunderte alten Tradition sind, geht dieses Fest unter die Haut, es bringt Emotionen zum Vorschein und man fühlt sich mitgerissen, um mit allen zu feiern.