ESP_Gastronomia_mallorquina

Über die mallorquinische Gastronomie zu sprechen bedeutet, von einem Mix aus phönizischen, jüdischen, maurischen und katalanischen Einflüssen zu sprechen, die alle im gleichen Tontopf auf kleinem Feuer köcheln, bereichert von der Sonne, der mediterranen Feuchtigkeit und der Ruhe einer Insel, die weiß, dass ihr größter Pluspunkt das Wetter ist. Vor allem bei Tisch! Gerichte mit Gemüse und Hülsenfrüchten der Saison, als Beilage zu Fleisch- oder Fischgerichten, abgerundet von nicht übermäßig süßen Nachspeisen und von Likören, die wie Zucker auf der Zunge zergehen. Eilige Gerichte, die mit Ruhe zubereitet werden, Zutaten, die süß oder deftig angerichtet werden können … all dies ist nur ein kleiner Teil dessen, was einen außer Sonne und Strand erwartet.

HAUPTSPEISEN

Frit mallorquí

Ein Gericht mit wenig Gemüse, oder viel davon, mit Fleisch oder Fisch, Lamm oder Schweinefleisch, Krake oder Sepia. Das Frit ist ein traditionelles Gericht, für das es so viele Varianten wie Küchen gibt. Zu den Grundzutaten Kartoffeln, Paprika, Zwiebel, Knoblauch, Lorbeerblättern, Fenchel und Pfefferschoten kommen Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte, immer in feine Würfel geschnitten, damit man dieses Gericht als Vor-, Haupt- oder einzige Speise verwenden kann. Sehr lecker und stets für eine Überraschung gut.

Sopes mallorquines

Feine Scheiben trockenes Brot mit Gemüse und Fleisch (oder auch ohne). Ein Gericht für den Winter, dessen Zutaten sich mit der Jahreszeit ändern. Im Wesentlichen wird das Gemüse (Mangold, Blumenkohl, Zwiebeln, Petersilie, Paprika, Pilze …) gekocht, aus dem Topf entnommen, und danach wird das dunkle Brot mit der Brühe getränkt und alles vermischt. Eine Geschmacksexplosion, bei der der gesamte Kühlschrankinhalt verwertet wird.

Arròs brut

Dieser „schmutzige“ Reis wurde von den Armen gegessen. Das Gericht besteht aus einer in einem Tontopf gedünsteten Mischung aus dem in der Speisekammer vorhandenen Fleisch (Schwein, Kaninchen, Drosseln, Hähnchen …) und dem Gemüse der Jahreszeit (Zwiebel, Pilze, Artischocken …), einem langsamen Kochvorgang mit Fleischbrühe und dem Reis, dem es seinen Namen verdankt. Genauso wie bei den vorherigen Gerichten sind die Zutaten je nach Dorf, Haus, Koch und Speisekammer unterschiedlich.

NACHSPEISEN

Ensaimada (mallorquinische Spezialität)

Man sagt, es gäbe nichts Bekannteres auf der Insel als diese süße Masse in Spiralform, die auf tausend verschiedene Arten zubereitet und auf ebenso viele Arten gefüllt werden kann. Es gibt kleine Ensaimadas zum Frühstück oder als Nachmittags-Imbiss, und große als Nachtisch zum Mittagessen, mit Aprikose, der mallorquinischen Streichwurst Sobrasada und Kürbis, Apfel, Crème Brûlée oder schlicht und einfach mit Zucker bestrichen oder mit Sahne, Vanillecreme, Kürbiskonfitüre, Haselnusscreme, Schokolade usw. gefüllt. Sie ist überall präsent und wird von Menschen jeden Alters gern gegessen, allerdings wird sie immer in einem bestimmten Klima mit einer gewissen Ruhe zubereitet.

Bunyols de les Verges

Die Musiker sangen für ihre Geliebten. Und diese antworteten mit einer Art Windbeutel (buñuelos) und süßem Wein. Diese Nachspeise aus Kartoffel- oder Süßkartoffelmehl ist eine gebratene ringförmige Teigware. Sie wird nur während zwei Wochen jährlich verspeist, allerdings zwei wundervolle Wochen.

 

Panellets

Ihre Zubereitung ist ziemlich kompliziert und dann werden sie in wenigen Happen verspeist. Diese Kugeln aus Mandeln, Zucker und Ei, gefüllt mit Pinienkernen und im Ofen gebacken, sind eine typische Nachspeise zu Allerheiligen. Sie sind lecker, nicht zu süß und machen absolut süchtig.

Robiols y crespells

Wenn die Karwoche beginnt, versammeln sich viele Familien, um diesen Nachtisch zuzubereiten: eine süße halbmondförmige Teigtasche, gefüllt mit Quark, Obst- oder Kürbiskonfitüre. Jedoch sind mit der Zeit, und weil Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, Schokolade, Marmeladen, Quittenkonfitüre und andere Füllungen hinzugekommen. Der gleiche Teig wird für die crespells verwendet, Kekse in verschiedensten Formen, deren Zubereitung für die Kinder auf Mallorca eine der ersten Kontaktaufnahmen mit der Küche darstellt.

 

WEITERE GERICHTE UND GEWÜRZE

Panades

Die panades sind runde Teigtaschen, die normalerweise in der Karwoche auf den Tisch kommen, obwohl man sie das ganze Jahr über in Bäckereien und Konditoreien findet. Dies ist ein weiteres Gericht, das die Familie um den Küchentisch vereint. Groß und Klein knetet, formt und füllt mit Rindfleisch oder anderem Fleisch und Erbsen diese Teigtaschen und würzt sie mit einem Stück der Wurstspezialität Sobrasada und der Butifarrón genannten Bratwurst. Die Panades sind so typisch wie lecker.

Sobrasada (mallorquinische Streichwurst)

Wenn Ende November die Kälte einbricht, und bis Mitte Januar werden sowohl in den Metzgereien als auch in Privathaushalten Schlachtfeste gefeiert. Dies geschieht vor allem, um im vorher gereinigten Schweinedarm Fleisch und zerkleinertes Schweineschmalz, gewürzt mit Paprikapulver, Pfeffer und Salz, abzufüllen. Viele Kilos dieser Mischung dienen dann das ganze Jahr über der Zubereitung einiger typischer Gerichte, als Brotaufstrich, zum Bestreichen der Ensaimadas, zum Grillen am offenen Feuer und zum Verzehr mit Honig, Zucker, Käse … Die Sobrasada ist eines jener Nahrungsmittel, auf die die Einwohner Mallorcas nicht verzichten können.

Tàperes

Die geschlossene, in Essig eingelegte Kapernblüte dient als Gewürz für Fleisch- oder Fischgerichte. Das Gericht Llengua amb tàperes (Ochsenzungen-Stücke mit Kapern). Ihre Verwendung geht auf die Griechen und Römer zurück, und obwohl sie nicht jedem schmecken, sind Kapernfans ihnen absolut verfallen.

Pa amb oli

Man kann nicht über die mallorquinische Küche sprechen, ohne das pa amb oli (Brot mit Öl) zu erwähnen: Scheiben dunkles Brot (ohne Salz und mit Vollweizenmehl), eingerieben mit dem Fleisch der tomàtigues de ramallet (Straußtomaten), einer mallorquinischen Tomatenart, die den ganzen Winter über an einen Strick gebunden saftig bleibt, und mit Öl und Salz bestrichen. Auf diese Brotscheiben legt man, worauf man gerade Appetit hat (Käse, Schinken, Salami, Butifarrón oder andere Wurstwaren). Auch wenn es kein eigenständiges Gericht ist, wird es von vielen als schnelles (oder ausgeklügelteres) Abendbrot gegessen und ist so beliebt auf der Insel, dass es Restaurants gibt, die nur Pa amb oli servieren.

Das darfst du dir nicht entgehen lassen: Wenn du ein gutes Pa amb oli essen möchtest, dann im Sa Llimona, im Viertel Santa Catalina in Palma, einem der emblematischsten Orte, an dem die Zutaten am unverfälschtesten sind.

 

 

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