Typisch Spanische Küche

Spanien liegt auf der iberischen Halbinsel, im Südwesten Europas. Es hat eine Gesamtfläche von mehr als 500.000 Quadratkilometern und besteht aus 17 autonomen Provinzen, darunter mehrere Inseln, sowie zwei unabhängige Städte in Nordafrika. Das spanische Festland wird im Norden und Südwesten vom Atlantischen Ozean, im Westen von Portugal und im Süden und Osten vom Mittelmeer begrenzt. Seine jahrtausendealte Kultur wurde von den verschiedensten Völkern beeinflusst und von der Eroberung Südamerikas geprägt. Es gibt kaum ein Land auf der Erde, das in seiner Geschichte unter ähnlich vielfältigen Einflüssen stand wie Spanien. Die Römer und Mauren hinterließen ihre Spuren genau so wie die Indios aus Übersee. Durch Landwirtschaft und Handel, Technik und Lehre sowie durch den Einfluss von Eroberern und Eroberten entstand hier eine einzigartige Melange aus Ost und West, Nord und Süd. Kein Wunder also, dass sich auch die spanische Küche durch einen ganz eigenen Geschmack, beachtliche Vielfalt und einen großen Reichtum an Zutaten auszeichnet.

Die typisch spanische Küche

Man ist geneigt, in diesem großen Land mit unterschiedlichen landwirtschaftlichen Traditionen, mehreren Klimazonen und verschiedensten kulturellen Einflüssen keine einheitliche Küche zu erwarten. Doch es gibt sie, die typisch spanische Küche. Es sind Häppchen und kleine Portionen, bestehend aus Fisch, Fleisch oder Gemüse, gekocht, gegrillt, frittiert, gebacken oder kalt, die unter dem Begriff „Tapas“ zusammen gefasst werden. Auf dem gesamten Festland, auf allen Inseln und auch in den afrikanischen Enklaven werden Tapas gerne und oft gegessen. Dazu trinkt man ein kühles Bier oder ein Glas Wein, gerne auch einen Sherry, der rund um die namensgebende Stadt Jerez angebaut wird.

Spanische Tapas

Wo genau die Tapa ihren Ursprung fand ist unklar, sie stammt jedoch zweifelsfrei aus Andalusien. Die gängigste Legende besagt, dass man sich in früheren Zeiten ein Deckelchen in Form einer Scheibe Brot auf das Glas legte, um dessen Inhalt vor Insekten und Staub zu schützen. Diese Erklärung klingt logisch, denn „Tapa“ ist auch das spanische Wort für Deckel. Zum Brot kam bald eine Sardelle, Oliven oder eine Scheibe Käse, die die Wirte gratis zum Getränk servierten, um den Durst der Gäste zu steigern. Diese Sitte hat sich offenbar bezahlt machte, denn Oliven und andere Kleinigkeiten werden in den Bars auch heute noch kostenlos gereicht.

Essen und trinken in Spanien

Wenn sich Familien oder Freunde zum Essen treffen, sei es am Abend oder zur Mittagszeit am Sonntag, tun sie dies meist in einer Bar oder im Restaurant, denn in Spanien essen und trinken die Menschen am liebsten ungestört und reichlich. Die gesamte Familie kommt dann zusammen, von der Großmutter bis zum Säugling. Tische werden gerückt und Stühle herbeigetragen, bis jeder seinen Platz an der langen Tafel eingenommen hat. Alle bestellten Speisen platziert der Kellner in der Mitte der Tische, jeder Gast bekommt einen Teller und probiert vom Anfang bis zum Ende sämtliche Gerichte. Eine Tapa ist nur ein Häppchen. Wenn eine Person davon satt werden soll, bestellt man eine Ración, eine Portion, und wenn mehrere Leute mitessen, dementsprechend mehrere Tapas oder Raciones.

Serrano Schinken

Zu den beliebtesten kalten Gerichten zählen Serrano-Schinken, Schafs- und Ziegenkäse, die Paprikawurst Chorizo, Aceitunas – eingelegte Oliven, verschiedene Salate und die Knoblauch-Kartoffeln, Patatas alioli. Meeresfrüchtesalat, Muscheln, Sardellen, frittierte Sardinen, Gambas in Knoblauch, frittiertes Kabeljaufilet und Thunfisch gehören zu den bevorzugten Speisen aus dem Meer. Fleischliebhaber finden auf fast jeder Karte Albóndigas, kleine Hackfleischbällchen in Tomatensauce, Fleischspieße und gegrillte Schweinekoteletts. Als Nachspeise wird gerne ein Flan genossen, eine Eiercreme, die je nach Landesteil verschiedene Bezeichnungen trägt. Die bekannteste Variante ist die Crema Catalana, die mit einer knusprigen Karamellschicht überzogen wird. – Als spanische Spezialitäten werden oft ganz gewöhnliche Gerichte bezeichnet, deren Besonderheit in der Qualität der verarbeiteten Produkte liegt. Fleisch von frei lebenden Rindern, roter Thunfisch, der nach der traditionellen Almadraba-Fangmethode erlegt wird, und Gemüse, das ohne zusätzliche Düngung und ohne Pestizide bis zum Verzehr gereift ist, sind dabei nur einige Highlights.

Einfach aber gut

Jede spanische Region besitzt ihre besonderen Rezepte. Am Meer wird sehr viel Fisch zubereitet. Die mediterranen Rezepte sind besonders leicht, mit Olivenöl als Grundlage und den typischen spanischen Gewürzen und Kräutern Oregano, Rosmarin, Thymian, Basilikum, Petersilie, Pfefferminze, Lorbeer und Knoblauch. Gerne wird auch ein wenig Lavendel oder Salbei verwendet. Getrocknete Paprikaschoten verleihen Saucen und Dipps eine kräftige Note. Die Schote wird über Nacht in Wasser eingelegt und dann das innere, cremige Fruchtfleisch mit einer Messerspitze ausgekratzt. Die äußere Haut verwendet man nicht.

Spanische Paprika Ñoras

Mediterranes Gemüse & Olivenöl

Tomaten, Zwiebeln, Zucchini und Paprika finden sich als Gemüse, in Beilagen, in Suppen und Saucen, als Salat und in jeder erdenklichen Zubereitungsweise in allen spanischen Provinzen wieder. Sie zählen zu den typischen spanischen Gemüsesorten, werden ganzjährig geerntet und kommen somit in nahezu jedem spanischen Rezept vor. Auch Aubergine, Artischocke, Kürbis und Avocado werden in den typischen spanischen Speisen verarbeitet und ausschließlich mit Olivenöl zubereitet. Spanien ist der weltweit größte Olivenöl-Hersteller und liefert eine hervorragende Qualität. Spanische Olivenöle sind mild, “suave“, oder kräftig, „intenso“. Je nach Geschmack und Einsatz findet sich eine große Palette schmackhafter Olivenöle aus Spanien, deren gesundheitlicher Nutzen gerne damit untermauert wird, dass die Spanier die höchste Lebenserwartung in ganz Europa besitzen.  So ist z.B. eine mallorquinische Spezialität das „Pa amb Oli“ – Brot mit Öl – welches nur mit Tomate oder auch Schinken oder Käse serviert wird.

Mallorquinisches belegtes Brot

Wir danken @Xisco Bibiloni für dieses Foto eines typischen, mallorquinischen belegten Brotes vía Flickr

Fleisch essen in Spanien

Aus den Bergregionen kommt das iberische Schwein, das frei lebend in Wäldern gehalten wird und bestes durchwachsenes Fleisch liefert. Doch keine Angst vor dem Fett, es garantiert Zartheit und schmilzt in der Pfanne. Damit verleiht es dem gebratenen Fleisch einen wunderbaren Geschmack. Beim Grillen sollte man allerdings vorsichtig sein, denn das Fett tropft in die Glut und verbrennt. Es wäre schade um das Fleisch. Ein ganz besonders feines Muskelstück ist das „Secreto“, aus dem Rücken des Schweins. Wer es auf der Karte findet, sollte es unbedingt probieren.

Spanisches Rindfleisch kennt man vor Ort als „Ternera“. Hervorragende Qualität wird in Andalusien erzeugt. Die Limousin- und Recinto-Rinder sind reine Fleischrassen und leben auf den weitläufigen Weiden der südlichen Provinzen. Ihr Fleisch ist zart und äußerst schmackhaft, doch es ist außerhalb Spaniens schwer zu bekommen. Nur sehr wenig davon wird ins Ausland exportiert.

Obwohl ein durchschnittliches spanisches Brathuhn deutlich schwerer und sein Fleisch weniger trocken ist als man es in Deutschland kennt, spielt Hühnerfleisch nur eine untergeordnete Rolle. Meist wird lediglich die Brust zubereitet, der Rest wird für Suppen und Soßen verwendet. Neben der Poularde ist der Truthahn ein beliebtes Geflügel. Geschnetzeltes aus der Keule zählt zu den typischen spanischen Speisen.

Frisch und fruchtig

In der spanischen Küche finden sich Zitrusfrüchte jeder Art. In ländlichen Bereichen steht auch heute noch in jedem Garten ein Zitronenbaum, der den Haushalt das ganze Jahr über mit Früchten versorgt. Je weiter südlich man kommt, desto tropischer wird das Obst. Mango und Papaya, Granatapfel und Bananen, die man unter der Bezeichnung „Platano“ kennt, Melonen jeder Art und Trauben sowie Erdbeeren, Pflaumen, Feigen, Pfirsiche und vieles mehr kennt man aus deutschen Supermärkten. In Spanien isst man Obst jedoch zu seiner Zeit, denn nur wenn es reif geerntet und frisch verzehrt wird, entfaltet es sein bestes Aroma. Und diese einfache Weisheit ist eines der Geheimnisse der spanischen Küche: Nur die besten Zutaten bringen den Geschmack.

Wenn Sie nun hungrig geworden sind, empfehlen wir Ihnen unsere Empfehlungen der Tapas-Bars auf Mallorca für Ihren nächsten Urlaub. Sollten Sie eher der Do-it-yourself Typ sein finden verweisen wir Sie auf unser Rezept für typisches mallorquinisches Schmalzgebäck, die Ensaimada.

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