Mexiko hat der Welt im Bereich der Politik, der Shows, der Filme, des Sports und der Kunst unendlich viele Namen geschenkt, die international bekannt geworden sind. Aber eine der mexikanischen Persönlichkeiten, die sich in der Kunst besonders hervorgetan hat, war Frida Kahlo.

Magdalena Carmen Frida Kahlo ist eine der bedeutendsten mexikanischen Malerinnen. Sie wurde 1907 geboren und als ihr Leben verfilmt wurde, spielte die ebenfalls mexikanische Schauspielerin Salma Hayek diese Rolle.

Frida war eine von vier Töchtern eines jüdisch-ungarischen Vaters und einer indianerstämmigen, mexikanischen Mutter. Sie überlebte die Kinderlähmung und erlitt mit 18 Jahren schwere Verletzungen bei einem Autobusunglück. Danach war sie etwa ein Jahr lang ans Bett gefesselt und musste sich von Brüchen an der Wirbelsäule, Schultern und Rippen, einem gesplitterten Becken und Verletzungen am Fuß erholen. Im Laufe ihres Lebens wurde sie 30 Mal operiert und während ihrer Genesung begann sie zu malen. Sie hielt ihre Gemälde bewusst unschuldig und farbenfroh, mit Formen, die an der mexikanischen Folklorekunst inspiriert waren.

Mit 22 Jahren heiratete sie den 20 Jahre älteren mexikanischen Wandmaler Diego Rivera. Diese stürmische und leidenschaftliche Beziehung überlebte Seitensprünge, den Druck beider Karrieren, die Scheidung, eine zweite Hochzeit, Fridas lesbische Liebeleien, ihre schlechte Gesundheit und ihre Unfähigkeit, Kinder zu bekommen.

In Ihrem Leben schuf Frida ca. 200 Gemälde, Zeichnungen und Skizzen im Zusammenhang mit ihren Lebenserfahrungen, dem körperlichen und emotionalen Schmerz und ihrer stürmischen Beziehung zu Diego. Wenn sie gefragt wurde, warum sie so viele Selbstbildnisse malte, antwortete Frida: „Weil ich so oft alleine bin und weil ich der Mensch bin, den ich am besten kenne“. Als Frida im Jahre 1953 zum ersten Mal in Mexiko alleine ausstellte (die einzige Ausstellung, die sie in ihrem ganzen Leben in ihrem Geburtsland machte), schrieb ein einheimischer Kritiker: „Es ist unmöglich, das Leben und die Arbeit dieser außergewöhnlichen Frau voneinander zu trennen. Ihre Bilder sind ihre Biografie“. Als ihre Ausstellung eröffnet wurde, war der Gesundheitszustand von Frida so schlecht, dass ihr Arzt ihr riet, im Bett zu bleiben. Frida bestand darauf, zur Einweihung zu gehen und das tat sie auch, und zwar in ihrer typischen Art. Sie kam in einem Krankenwagen, und ihr Bett wurde mit einem Lastwagen angefahren. Sie wurde in ihr Bett gelegt und von vier Männern zu den wartenden Gästen getragen.

Frida und Diego engagierten sich stark in der kommunistischen Partei Mexikos und kämpften aktiv gegen die Amerikanisierung des Landes. Von 1938 bis 39 nahm Frida sogar Leo Trotsky bei sich zuhause auf, und es hieß, die beiden hätten eine Affäre gehabt. Andere große Persönlichkeiten, die die Malerin ebenfalls kannte, waren André Breton und Picasso.

Sie starb mit 47 Jahren und am Tag nach ihrem Tod, am 13. Juli 1954, kamen Freunde und Verwandte im Krematorium zusammen, um bei der Einäscherung der größten und originellsten Künstlerin Mexikos dabei zu sein. Schon fast eine internationale Ikone, schaffte es Frida, ihren Fans einen unvergesslichen Abschied zu bereiten. Während ihre Verehrer sich weinend im Raum versammelt hatten, öffneten sich wegen eines plötzlichen Anstiegs der Hitze die Türen des Krematoriums und man sah, wie ihr Körper sich aufsetzte. Ihr in Flammen stehendes Haar bildete rings um ihren Kopf so etwas wie einen Heiligenschein und Fridas Lippen schienen verführerisch zu lächeln, während sich die Türen wieder schlossen. Der letzte Eintrag in ihr Tagebuch lautet: „Ich warte fröhlich auf den Abgang und hoffe, nie zurückzukommen – Frida“.

Frida selbst beschrieb sich als „eine der großen Divas der Geschichte, eine bisexuelle Tequila-Trinkerin, Raucherin, Erzählerin von schmutzigen Witzen, die in pompösen Eingeborenenkleidern durch ihr bohemisches Viertel hinkte und festliche Abendessen für Leute wie Leo Trotsky, den Dichter Pablo Neruda, Nelson Rockefeller und ihren Ehemann mit Unterbrechungen, den Wandmaler Diego Rivera, veranstaltete.“ Heute muss man mehr Geld für ihre Bilder bezahlen, als für die irgendeiner anderen weiblichen Künstlerin. Ein Besuch im Frida Kahlo Museum ist wie ein Blick in die Vergangenheit. Überall im Haus sind ihre persönlichen Gegenstände ausgestellt und alles sieht genauso aus, wie sie es hinterließ. Man hat den Eindruck, dass sie noch immer dort lebt und nur kurz weggegangen ist, damit man ihr privates Heiligtum besichtigen kann. Sie hat uns verlassen, aber ihre Werke werden für immer leben…