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Das Städtchen Ribera Grande, heute bekannt unter dem Namen Cidade Velha, war der erste Ort, der 1462 von Antônio de Noli auf dem Archipel Kap Verde gegründet wurde. Seine strategische Lage machte es zu einer Anlaufstelle bei allen Reisen zum neuen Kontinent, u. a. auch bei der dritten Reise von Christoph Kolumbus 1498 nach Amerika und Vasco da Gama 1497 nach Indien, und in nur wenigen Jahren entwickelte es sich zum Handelszentrum für Sklaven aus Guinea-Bissau und Sierra Leona. Etwas weniger als ein Jahrhundert nach der Gründung wurde es zur Stadt ernannt und man begann mit dem Bau großer Gebäude, darunter auch die Kathedrale Sé, die 1693 fertiggestellt wurde.

Aber die strategische Lage und der Wohlstand der Stadt machten sie auch zum perfekten Angriffsziel für Piraten und Räuber, die sie jahrelang plünderten und beinahe vollständig zerstörten. Die Stadt war zwar gegen Angriffe aus dem Meer sehr gut zu verteidigen, aber sie hatte einen bedeutenden strategischen Nachteil: nur wenige Kilometer davon entfernt lag Praia, ein leicht anzulaufender Hafen, über den man die Stadt von der Rückseite angreifen konnte. Das führte dazu, dass Ende des 16. Jahrhunderts der englische Korsar Francis Drake die Stadt nach einem verheerenden Angriff plünderte, woraufhin die Festung Real de São Filipe errichtet wurde, um sie zu verteidigen und vor weiteren Angriffen zu bewahren. Dieser Bau erwies sich jedoch als absolut unwirksam, denn 1712 hinterließ der französische Pirat Jaques Cassart praktisch nur noch Ruinen und machte ihre Eigenschaft als Stadt zunichte.

Jahrelang überlebte der Ort und verlor seinen ganzen früheren Glanz, bis im Jahr 2000 aufgrund seiner historischen Bedeutung und seiner reichhaltigen Traditionen die Vorbereitungsarbeiten begonnen wurden, um für die Ernennung als Welterbe durch die UNESCO zu kandidieren. Die Arbeiten waren erfolgreich und am 10. Juni 2009 wurde sie zu einem der Sieben Weltwunder portugiesischen Ursprungs erklärt und am 26. Juni desselben Jahres erhielt sie die Kategorie als Welterbe.

Zu den vielen architektonischen Überresten der Stadt gehört in der Banana-Straße, der ersten von den Portugiesen in den Tropen urbanisierten Straße, die Kirche Nossa Senhora do Rosário, die älteste Kolonialkirche der Welt, die im manuelinischen Baustil (portugiesische Gotik) errichtet wurde. Des Weiteren ist auch auf die Kathedrale Sé hinzuweisen, die bei dem Angriff von 1712 fast vollständig zerstört wurde, auf die Festung Real de São Filipe, von wo aus die Stadt aus 120 Metern Höhe verteidigt wurde, und auf das São Francisco-Kloster, eine vielbesuchte Kultstädte, die ebenfalls teilweise von dem Piraten Jaques Cassart zerstört wurde.

Cidade Velha ist, zweifellos ein faszinierender Ort für jeden Reisenden, der sich für großartige Geschichten interessiert, und von großer Bedeutung, wenn man Näheres über die Geschichte und Entwicklung der westlichen Welt, so wie wir sie kennen, erfahren möchte.

 

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